Platz, wo Platz ist…

Text Britt Wandhöfer

Früher brauchte der Chef sein eigenes Büro, am besten war die Tür noch opulent mit Leder verkleidet und eine kleine Hausbar lud die Besucher der oberen Etage auf einen Drink ein.

In der Flora & Fauna hat Inhaber Rainer Kunst keinen festen Schreibtisch , kein eigenes Büro. Im Creative Habitat gibt es die dreifache Anzahl an Plätzen außerhalb der klassischen Arbeitsplätze. Platznot stellt also kein Problem dar.

„Ich bin nicht nur Teilhaber in den verschiedenen Firmen, sondern aktiver Partner. Ich stehe mit allen Firmen im permanenten Austausch, diskutiere über Projekte und treffe mich mit meinen Partnern und Kunden. Da ich mit meinem Rechner über die Cloud von überall auf alles zugreifen kann, brauche ich keinen festen Platz“, erklärt Rainer.

Die Mitarbeiter sollen eigenverantwortlich arbeiten, da kann ich nicht gleichzeitig in einem großen Vorstandsbüro mit Vorzimmer verschwinden. Das ist einfach nicht mehr zeitgemäß.“

Rückzugsorte sind für jeden Mitarbeiter vorhanden. In der Flora & Fauna wird es neben kleine Konzentrations- und Telefonboxen, Meetingräume und eine Bibliothek geben. Dort können sich die Mitarbeiter ungestört austauschen, neue Inspirationen sammeln oder einfach regenerieren. Die Zukunft der Arbeit hat nichts mehr mit dem Modell zu tun, was vielleicht noch vor 20 Jahren gang und gäbe war. Stundenlang am eigenen Schreibtisch verweilen ist nicht wirklich zielführend, das ist mittlerweile bekannt. Kleine Pause und Ortswechsel erhöhen die Kreativität und somit auch den positiven Ergebnisoutput. Die Arbeitsleistung wird heute immer öfter am Ergebnis gemessen und nicht daran, wer als Letzter das Licht um Office ausmacht.

„Es gibt gesellschaftliche Strömungen, die nicht mehr aufzuhalten sind. Wir haben kaum noch ein Vorstellungsgespräch, in dem nicht nach Teilzeit/flexiblen Arbeitszeiten, Home-Office, Elternzeit, Eigenverantwortung und Sinn der Arbeit gefragt wird. Und das ist auch gut so. Außerdem wächst eine neue Generation heran, die andere Ansprüche an einen Arbeitsplatz stellen. Und das überträgt sich auf alle, erzählt Rainer. Dadurch das ich keinen eigenen Schreibtisch mehr habe, komme ich viel besser mit den Leuten ins Gespräch. So findet ein permanenter Austausch statt.“

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